Wie ich zur "Malerei" fand

Du mußt wissen; ich bin ein sehr kreativer Mensch. Wenn ich etwas sehe was mir gefällt setze ich mich daran um es selber zu bauen oder zu basteln. Finde ich etwas draußen in der Natur, fällt mir sicher ein, was ich daraus machen kann. Deco muss ich also nicht oft kaufen.

Auch habe ich früher seeeehr viel gestrickt. Das habe ich schon in der Schule unter der Bank getan.

Stricken ist eine super Beschäftigung die man gerne abends vor der Flimmerkiste betreiben kann. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen hat man Unterhaltung und zum anderen bekommt man auch noch was Warmes zum Anziehen.

Nun habe ich das mit dem Stricken wohl ein bisschen übertrieben!!

Irgendwann begannen meine Handgelenke zu schmerzen. Ich musste Schmerzmittel einnehmen und eine Nachtschiene tragen.  Zudem musste ich zum CT.

Es sah nicht gut aus.

Was ich denn so tun würde hat man mich gefragt!?

Ein bisschen stricken gab ich zur Antwort.

Es ist wohl besser, wenn Sie das etwas einschränken, wurde ich ermahnt. Das tat ich (statt 1km nur noch ½ km gestrickt).

Es wurde nicht besser. Nach einem halben Jahr musste ich wieder zum CT.  Es war noch schlimmer geworden. Mir wurde gesagt das ich die Finger vom Strickzeug lassen solle.     „Peng“

Zwei Tage habe ich mich darüber aufgeregt und dann zum Ende der folgenden Woche alles was mit Strickzeug zu tun hat verschenkt.   „Peng“

Was nun?

Also wenn ich nix schönes tun darf in meiner Freizeit bin ich einfach nicht glücklich.

Geld hatte ich auch nicht um mir viel Material zu kaufen.

Dann bekam ich einen Keilrahmen geschenkt, inklusive ein paar Farben (fürs Haus hüten einer Bekannten in den Ferien). Schokolade ist schnell aufgegessen und Wein schnell getrunken, meinte Sie. Wenn du schon nicht mehr strickst, dann mal doch.

Hmmmm, habe ich gedacht und mir lange den kleinen Keilrahmen beguckt. Lust hatte ich nicht obwohl ich als Kind ja genug gemalt hatte.

Ok, ich habe dann irgendwann den Keilrahmen ausgepackt und losgelegt. Es sollte etwas „Abstraktes“ Werden.!!!!

Der erste Farbauftrag hat mir nicht gefallen, der zweite und der dritte auch nicht. Alles war schon seht buckelig geworden! Jetzt geht nur noch Spachteln, dacht ich mir. Allso Farbe rauf und zwar nicht zu knapp.  Nee, so geht das auch nicht, lass mal trocknen und dann das selbe noch mal…………

Nein, das war auch nix. Ich stellt fest das der kleine Keilrahmen schon sehr schwer geworden war, von der ganzen Farbe. Auch sonst, meiner Einschätzung nach, nicht mehr zu gebrauchen. Ich machte den Mülltonnendeckel auf und sagte: Hopp und Tschüss.

In den darauffolgenden Tagen habe ich mir ein Kleid genäht, Fensterschmuck gebastelt, Fahrräder geputzt und …. ich weiß nicht mehr.

Ihr müsst wissen, dass ich damals in einem Zweiparteienhaus gewohnt habe (mit Sohn). Unter uns wohnte ein junger Mann der meistens sehr freundlich und hilfsbereit war (manchmal auch nicht). Vor seiner Wohnung hing ein eigenartiges Bild an der Wand. Ein Bild das aussah wie selbst gemacht. Mit Eselsohr. Auf Hartfaserplatte oder ähnliches.

Was ist das für ein Material, habe ich ihn gefragt.

Das ist Verpackungsmaterial aus der Firma-Reste- die werfen das weg!

Das ist meins dachte ich mir.

Kannst du mir etwas davon mitbringen, fragte ich ihn.

Ja.

Er war seeeeehr freundlich und brachte nach ein paar Tagen gaaaanz viel Verpackungsmaterial mit nach Hause.

Juppi. Ich konnte nun ganz viel sägen, malen, kleben, spachteln und experimentieren….

Das ganze Treppenhaus habe ich damit dekoriert, vom Keller bis zum Dach.

Da ich nun Mut gefasst hatte, wollte ich weiter malen. Und zwar „Nofretete“ Die absolut schönste und coolste Powerfrau die die Welt je gesehen hat.(finde ich)

Als ich sie fertig hatte, bin ich runter zu dem freundlichen jungen Mann um sie zu zeigen. Um seine Meinung zu hören…. Sein Gesichtsausdruck war unglaublich. Ich nahm das ganze zum Anlass meine Powerfrau nicht der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber ich nahm mir fest vor: Die male ich irgendwann nochmal, -wenn ich es besser kann.

Inzwischen sind vier Jahre vergangen. Wir sind inzwischen umgezogen in eine größere Wohnung. Hier darf ich das Treppenhaus nicht dekorieren. Dafür habe ich meine ersten Ausstellungen gehabt.

Meine Powerfrau Nofretete habe ich auch noch einmal gemalt. Sie sieht jetzt anders aus. Dem jungen Mann von damals habe ich ein Foto geschickt. Seinen Gesichtsausdruck konnte ich nicht sehen aber er hat mir einen Daumen zurückgeschickt.

Ja so bin ich zur „Malerei“ gekommen. Und ich mache weiter…. Ich werde noch eine 3. Nofretete malen, weil ich sie so toll find. Auch beim „Artboxproject“ werde ich wieder dabei sein.

Also, man sieht sich

 

Liebe Grüße

Deine Eva

 

 

 

...und hier meine beiden Powerfrauen:

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